Malin – der Sofaprinz
Malin ist grau geworden, aber Ausdruck hat er noch reichlich. Wenn er nicht gerade auf seinem Sofa thront, tippelt er mit seinem imponierenden, tänzelnden Gang durch die Gegend, als wäre er erst 2 statt inzwischen 12. Seine riesigen Lauscher sind immer auf Empfang eingestellt. Ihm entgeht absolut nichts, was hier nicht hergehört.
Goliath – der Herr des Hauses
Goliath muss sich nicht gross machen. Er ist gross. Auch wenn sein Körper mit über 13 Jahren immer weiter nachlässt, ist sein Kopf hellwach und seine Präsenz unübersehbar. Sobald er nach draussen kommt, geht die Rute hoch und der Herr des Hauses schreitet los, als müsste er jedem die Besitzverhältnisse noch einmal persönlich mitteilen. Wo Goliath ist, gehört ihm erst mal die Welt. Dabei vergisst sein Körper das Alter gern.
Jackie – der schlaue Fuchs
Geduckter Gang, Ohren zurück, er wirkt nach aussen scheinbar immer unsicher – und dabei entgeht ihm praktisch nichts. Jackie scannt seine Umgebung wie ein Radar, das 24/7 auf Empfang steht und nimmt winzigste Veränderungen bei allem und jedem wahr. Er hat ein erstaunliches Repertoire dafür, Situationen für seine Zwecke zu nutzen. Wird seine Strategie durchschaut, hat er schon die nächste parat. Er sieht alles. Er hört alles. Nur beim Fressen bekommt er rundum nichts mehr mit, da wird bloss noch gestaubsaugt.
Roxy – The Flash
Roxy kann völlig entspannt irgendwo herumliegen und trotzdem alles gleichzeitig mitbekommen. Eine Sekunde nicht aufgepasst – und plötzlich ist sie da. Schnell, blitzwach und reaktionsschnell wie kaum ein anderer. Und wenn sie etwas möchte, wird nicht lange höflich angefragt: Dann wird umtänzelt, betört, gewackelt und mit der Nase gestupst. Funktioniert das alles nicht, kommt das Gesicht zum Einsatz und schneidet die wildesten Grimassen. Irgendwie muss aus dem Gegenüber schliesslich eine Reaktion herauszubekommen sein. Und während man noch überlegt, was Roxy eigentlich gerade wollte, hat Roxy schon wieder was anderes zu tun.
Yippie – der kleine Geist
Yippie ist klein, zart und so leise unterwegs, dass man ihre Bewegungen manchmal schlicht nicht mitbekommt. Gerade lag sie noch auf dem Sofa – plötzlich sitzt sie neben einem, als hätte sie sich einfach materialisiert. Dabei entgeht ihr nichts. Ihren persönlichen Radius kennt das Rudel sehr genau, und wer ungefragt zu nahe kommt, versteht spätestens nach ihrem Blick, dass hier gerade eine Grenze erreicht wurde. Die Omi möchte Abstand. Kuscheln, nein danke! Sie wirkt so zart und unscheinbar, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Bei ihr stellt man sich ständig die Frage: Wie zur Hölle ist die jetzt schon wieder dahin gekommen?
Kenny – das unbescholtene Waldwesen
Öhrchen hängen lassen, Schnute hochziehen, Steffi anschauen – Kenny sieht aus, als müsste man ihn eigentlich vor der Welt beschützen. Ein Eindruck, den er ausgesprochen überzeugend zu pflegen weiss. Gleichzeitig hat er ziemlich deutliche Vorstellung davon, wie das Leben seiner Meinung nach zu laufen hat. Kenny ignorieren? Geht gar nicht. Dann wird eben so lange gemotzt, bis auch der Letzte verstanden hat, dass hier noch ein Anliegen offen ist.
Lio – Pfau und Löwe gleichzeitig
Lio kann nichts normal. Er galoppiert übers Grundstück und präsentiert sich, als wäre die Welt seine persönliche Bühne. Selbst der Gang aufs Sofa wird immer! zum grossen Auftritt. Setzt er sich hin, wirft er episch den Kopf weit in den Nacken – schliesslich soll auch jeder sehen, was für ein heisser Typ da sitzt. Wenn Lio etwas möchte, kann er Energie: er macht Geräusche und springt so lang auf der Stelle, bis die Holzdielen beben. Sein Lebensmittelpunkt ist Lucy. Lucy ist sein Heiligtum. Der Rest der Welt darf nur mal schauen.
Lucy – die Verzauberin
Lucy wirkt erst einmal herrlich unauffällig. Sie liegt irgendwo entspannt in der Weltgeschichte herum – ohne dass ihr dabei auch nur das Geringste entgeht. Kaum ahnt sie, dass ich irgendwohin möchte, steht sie schneller an der Tür, als man gucken kann: „Mach die Tür auf, Steffi, ich führ dich Gassi.“
Und dann beginnt die Vorstellung. Lucy hüpft, grinst, stellt sich einem vor die Füsse und wirkt dabei so glücklich und kooperativ, dass man meinen könnte, man hätte die Zügel fest in der Hand. Dabei schafft sie es mit beeindruckender Leichtigkeit, einen um die Pfote zu wickeln. Irgendwann fragt man sich: „Bin ich hier eigentlich das Zirkuspferd?“ Lucy lässt einen nach ihrer Pfeife tanzen – und schafft es dabei noch, dass man die ganze Zeit glaubt, man hätte etwas zu sagen.








