Gedanken & Beobachtungen

Wo liegt eigentlich meine Grenze?

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Im Hundetraining hören wir häufig:

„Du musst deinem Hund Grenzen setzen.“

Aber woher weiß ich eigentlich, wo meine Grenze liegt?

Diese Frage klingt zunächst banal. Für manche Menschen ist sie es überhaupt nicht.

Menschen, die beispielsweise gelernt haben, dass ihr Nein wenig zählt, die sehr streng erzogen wurden oder Grenzverletzungen (z. B. körperliche oder seelische Übergriffe, Gewalt, Vernachlässigung oder das wiederholte Missachten des eigenen Neins) erlebt haben, können sich damit schwertun, die eigenen Grenzen überhaupt rechtzeitig wahrzunehmen. Manche merken erst sehr spät, dass eine Situation längst zu viel geworden ist – wenn sie bereits vollkommen erschöpft, wütend oder emotional überfordert sind.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung.

Ich konnte sehr lange unglaublich gut funktionieren. Auch wenn ich müde war, traurig oder eigentlich längst keine Kraft mehr hatte. Viel schwieriger war die Frage:

Wie geht es mir gerade eigentlich – und was möchte ich?

Meine Hunde haben mich gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen.

Denn eine Grenze, die ich selbst nicht wahrnehme, kann ich meinem Hund auch nur schwer ruhig und verständlich vermitteln. Merke ich sie erst, wenn ich bereits wütend bin, wird aus einer klaren Grenze schnell eine heftige Reaktion.

Vielleicht beginnt Grenzen setzen deshalb nicht beim Hund.

Vielleicht beginnt es damit, die eigene Grenze überhaupt erst wahrzunehmen.

Und genau dort lohnt es sich manchmal, gemeinsam etwas genauer hinzuschauen.