Gedanken & Beobachtungen

Grenzen und Konsequenz

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Grenzen und Konsequenz gehören zu meiner Arbeit. Entscheidend ist für mich jedoch, dass es dabei nicht um Bestrafung geht. Es geht darum, einem Hund eine klare und für ihn verständliche Grenze zu vermitteln.

Eine solche Grenze bezieht sich auf das Verhalten im jeweiligen Moment. Sie soll dem Hund verständlich machen, welches Verhalten in dieser Situation nicht akzeptiert wird. Ist die Situation geklärt, ist sie auch beendet.

Wie deutlich eine Grenze vermittelt werden muss, ist individuell. Ein sensibler oder unsicherer Hund benötigt eine andere Ansprache als ein sehr wesensstarker Hund, der gelernt hat, Entscheidungen selbst zu treffen und die Grenzen seines Menschen vielleicht bereits jahrelang überrannt oder ignoriert hat. Gerade bei zentralen Leithunden kann ein ausgesprochenes „Nein“ allein deshalb noch lange keine verbindliche Grenze darstellen.

Wie deutlich der Mensch werden muss, richtet sich für mich nach dem jeweiligen Hund, seiner Wesensstärke und der konkreten Situation. Ebenso entscheidend ist jedoch der Zustand des Menschen: Eine Grenze sollte nicht aus Wut, Frust, Hilflosigkeit oder dem Bedürfnis heraus gesetzt werden, sich gegenüber dem Hund durchzusetzen.

Der Mensch darf lernen, ruhig und bestimmt zu bleiben, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen und eine Grenze so klar zu vertreten, dass sie für seinen Hund verständlich wird.

Denn mein Ziel ist nicht, dass der Hund äußerlich lediglich aufhört, etwas zu tun. Die Situation soll für ihn wirklich geklärt sein.

Mit zunehmender Klarheit und Verlässlichkeit verändert sich häufig auch die Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Der Hund lernt, immer feinere Signale seines Menschen zu erkennen und ernst zu nehmen. Was zu Beginn noch eine klare und deutliche Grenze braucht, lässt sich später oftmals bereits durch wesentlich feinere Signale klären.

Konsequenz bedeutet für mich deshalb weder Härte noch Strafe. Sie bedeutet, eine notwendige Grenze verständlich, angemessen und verlässlich zu vertreten – und anschließend wieder loszulassen.