Hi, ich bin Steffi

Meine Geschichte

Hunde begleiten mich seit 2005. Heute sind sie der Mittelpunkt meines Lebens und meiner Arbeit. Aber wenn mir damals jemand erzählt hätte, wohin mich dieser Weg einmal führen würde, hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt.

Die ersten Hinweise

Dabei waren die ersten Hinweise schon sehr früh da.

Mein erster eigener Hund hieß Crazee – und ihr Name war durchaus Programm. In der Hundeschule funktionierte sie mit Leckerchen wunderbar. Im Alltag zog sie mich samt Kinderwagen durch die Gegend. Erst durch einige Einzelstunden mit einer Trainerin erlebte ich etwas, das mich später noch sehr beschäftigen sollte: Sobald ich selbst mehr Sicherheit hatte, veränderte sich auch mein Hund.

Damals war das für mich einfach eine schöne Entwicklung. Heute sehe ich darin einen der ersten kleinen Hinweise auf das, was viele Jahre später zu DOG-RESONANCE-PROJECT werden sollte.

Meine Hunde waren meine ersten Lehrer

Aus einem Hund wurden irgendwann mehrere. Und natürlich bekam ich nicht einfach die unkomplizierten Exemplare, die ich mir ausgesucht zu haben glaubte.

Auf Crazee folgte Ramses. Gewünscht hatte ich mir einen braven, leicht erziehbaren Labrador. Bekommen habe ich das, was ich später liebevoll als „Duracell-Modell auf Speed“ bezeichnete. Einzeln bekam ich meine Hunde ganz gut durchs Leben. Zusammen entstand plötzlich eine Dynamik, von der ich als damalige Hundehalterin überhaupt keine Vorstellung hatte.

Später kamen Yippie, Jessy und Roxy dazu. Jeder dieser Hunde war anders. Und ich beobachtete. Ich beobachtete unglaublich viel.

Bei Yippie fiel mir beispielsweise auf, wie sie mit minimalem Blickkontakt Räume regelte und wie präzise Jessy darauf reagierte. Ich sah es – aber ich verstand damals noch nicht wirklich, was ich da eigentlich sah.

Genau das zieht sich heute für mich wie ein roter Faden durch meine eigene Geschichte. Ich konnte Hunde schon lange beobachten. Mir fehlte das Kleingedruckte ihrer Sprache.

Und dann kam Kenny

Kenny war der Hund, bei dem mein bisheriges Wissen endgültig nicht mehr ausreichte.

Vier Monate alt, wunderschön, zuckersüß – und innerhalb kürzester Zeit stellte er unser gesamtes Leben auf den Kopf. Er reagierte auf Geräusche und Umweltreize, hatte massive Unsicherheiten, kontrollierte, ging nach vorne und konnte unter Stress schnappen. Gleichzeitig verhielt er sich, abhängig von der Situation, vollkommen unterschiedlich.

Ich suchte Hilfe. Und ich beobachtete weiter.

Aus dieser Zeit existieren noch meine alten Steckbriefe über meine Hunde. Ich hatte sie jahrelang nicht mehr gelesen. Heute finde ich sie faszinierend.

Denn bei Kenny schrieb ich damals, es gebe eigentlich „drei Kennys“: Kenny zu Hause, Kenny allein unterwegs und Kenny im Rudel. Ich hielt detailliert fest, wann er nach vorne ging, wann er auswich, wann er kontrollierte, wann er unsicher wurde und wie stark sich sein Verhalten abhängig von Umgebung und Gruppe veränderte.

Und dann schrieb ich einen Satz, über den ich heute lächeln muss: „Es gibt keinen roten Faden in seinem Verhalten.“

Doch. Den gab es. Ich konnte ihn nur noch nicht lesen.

Ich hatte viel mehr gespeichert, als mir bewusst war

Das ist eine Erkenntnis, die für mich selbst noch ziemlich neu ist.

Ich bin hochsensibel. Ich nehme sehr viel wahr und mein Kopf hört leider nicht unbedingt dann mit der Verarbeitung auf, wenn ich das gern hätte. Lange hielt ich vieles davon einfach für Overthinking.

Heute sehe ich auch eine andere Seite darin. Mein Kopf ist wie eine riesige innere Festplatte. Situationen, Bilder, Stimmungen, Reaktionen und kleinste Details können dort über Jahre liegen. Und wenn ich später etwas Neues verstehe, kann ich alte Situationen innerlich noch einmal hervorholen. Ich kann sie wieder durchgehen, teilweise wieder fühlen und mit meinem heutigen Wissen neu betrachten.

Dann passiert etwas, das mich selbst immer wieder fasziniert: Plötzlich erkenne ich Muster in Dingen, die mein Kopf vor Jahren abgespeichert hat.

Wenn ich heute meine alten Hundesteckbriefe lese, sehe ich genau das. Roxy beschrieb ich beispielsweise nicht einfach als „unsicher“. Ich hielt fest, wann sie sich Druck entzog, wie stark sie draußen mit der Nase beschäftigt war, wie sich ihr Verhalten mit der Länge der Leine veränderte und dass sie sich allein anders verhielt als innerhalb der Gruppe.

Bei Yippie notierte ich Individualdistanz, ihre Reaktionen auf Menschen und Hunde, Geräusche und Wetter und sogar den Unterschied zwischen Spaziergängen allein und in der Gruppe.

Ich wusste damals noch nicht, was ich mit all diesen Informationen anfangen sollte. Aber ich hatte sie gespeichert.

Heute begreife ich meine Hochsensibilität deshalb nicht mehr nur als etwas, das mich manchmal überfordert. Sie ist auch eine meiner größten Stärken.

Dann fand ich den Menschen, der mir das Kleingedruckte zeigte

Meine Suche nach Hilfe für Kenny führte mich schließlich auf die Website von Kusi und seinem dog-psychology-center in der Schweiz.

Ich las seine Texte – und erkannte meinen Hund darin wieder. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass jemand nicht nur die einzelnen Auffälligkeiten sah, sondern einen Zusammenhang dahinter.

Ich buchte eine Online-Wesensanalyse. Kusi erklärte mir, worauf ich im Alltag achten sollte, wie er die Dynamik innerhalb von Hundegruppen verstand und welche Bedeutung Körpersprache, Struktur, Grenzen und Verantwortung für ihn hatten. Bereits mit diesem neuen Wissen veränderte sich bei uns zu Hause vieles.

Aber ich wollte mehr. Ich wollte nicht nur wissen, was ich tun sollte. Ich wollte verstehen, was Hunde tun.

Also folgte ein mehrtägiges Privatseminar mit meinem Rudel. Dort begann ich, das Kleingedruckte zu lernen: die kleinen Signale, Absichten und Zusammenhänge, die mir vorher entgangen waren. Kusi gab mir damit etwas, das meiner eigenen Wahrnehmung bis dahin gefehlt hatte: einen Schlüssel.

Unser Kontakt blieb. Als sich mein bisheriges Leben veränderte, bot Kusi mir schließlich an, mit meinen Hunden zu ihm in die Schweiz zu ziehen und bei ihm mitzuarbeiten.

Ich kündigte nach 31 Jahren meinen Behördenjob in Deutschland. Und plötzlich lebte ich mitten im Jura, gemeinsam mit unseren Hunden und einem Menschen, mit dem mich bald sehr viel mehr verband als die Liebe zu ihnen.

Aus meinem Lehrer wurde mein Lebensgefährte. Mein Seelenpartner.

Von da an lernte ich Hundeverhalten nicht mehr in einzelnen Trainingsstunden. Ich lebte darin. 24 Stunden am Tag. Ich beobachtete die Hunde miteinander. Ich lernte ihre Körpersprache immer genauer kennen, begann Konstellationen innerhalb der Rudel zu verstehen und sah, wie fein Hunde auf Veränderungen reagieren.

Gemeinsam begleiteten wir Menschen und ihre Hunde in sehr persönlichen Seminaren. Und gleichzeitig lernte ich immer weiter.

Denn genau das ist etwas, das ich heute sehr deutlich weiß: Ein Prinzip verstanden zu haben bedeutet noch lange nicht, am Ende des Weges angekommen zu sein.

Plötzlich musste ich das leben, was ich gelernt hatte

Im Oktober 2025 zerbrach unsere gemeinsame Zukunft. Kusi starb völlig unerwartet. Nach gerade einmal 18 gemeinsamen Monaten. Er war erst 59 Jahre alt.

Sein Tod hat mir nicht nur meinen Lebensgefährten genommen. Von einem Moment auf den anderen waren mein Seelenpartner, mein Lehrer, unser gemeinsames Leben und die Zukunft, die wir miteinander gesehen hatten, nicht mehr da.

Und ich möchte auf dieser Seite nicht erzählen, dass ich diese Zeit „überwunden“ hätte. Das habe ich nicht. Die Trauer um Kusi ist noch immer stark in mir. Ich befinde mich selbst mitten auf meinem Weg.

Plötzlich musste ich das leben, was ich gelernt hatte. Nach Kusis Tod blieb sehr viel Verantwortung zurück. Nicht zuletzt für seine Hunde. Und ausgerechnet in einer Zeit, in der ich selbst kaum Ruhe und Klarheit hatte, lebte ich mit Hunden, bei denen genau diese Eigenschaften besonders wichtig sind.

Ich teilte die Gruppen zunächst auf, weil ich meiner eigenen emotionalen Verfassung nicht traute. Trauer, Stress und innere Unruhe beeinflussten mein Leben mit den Hunden massiv. Das war und ist eine gewaltige Erfahrung.

Denn plötzlich war ich nicht nur diejenige, die Wissen weitergeben wollte. Ich war selbst wieder mittendrin. Ich konnte theoretisch wissen, was notwendig wäre, und trotzdem nicht die innere Klarheit besitzen, es umzusetzen. Manche Entscheidungen haben mich monatelang blockiert.

Erst seit kurzer Zeit merke ich, dass etwas zurückkommt. Meine eigene Klarheit. Ich habe Entscheidungen getroffen. Ich beginne wieder zu handeln. Nicht perfekt. Nicht alles auf einmal. Schritt für Schritt.

Auch meine Hunde und ich beginnen noch einmal neu. Meine eigenen Hunde haben hier ungefähr zwei Jahre überwiegend draußen gelebt. Vieles, was früher ihren Alltag bestimmt hatte, fiel dadurch weg. Sie hatten weniger Situationen, in denen sie Menschen, Räume oder alltägliche Abläufe kontrollieren konnten. Sie konnten einfach einmal Hunde sein. Und nun starten wir gemeinsam neu.

Meine Hunde, Kusis Hunde und ich. Acht Hunde. Acht Charaktere. Acht Persönlichkeiten, die mich verdammt genau kennen. Natürlich weiß inzwischen auch jeder einzelne ziemlich genau, welches Verhalten mich nervt und womit man mich zuverlässig aus meiner Ruhe bekommt.

Man könnte also sagen: Ich habe mir für meinen eigenen weiteren Entwicklungsweg ein ziemlich kompetentes achtköpfiges Trainerteam gesichert.

Es ist ein riesiges Projekt. Hundearbeit und Trauerarbeit gleichzeitig. Und wahrscheinlich auch eine der intensivsten Formen von Persönlichkeitsarbeit, die ich mir hätte aussuchen können.

Ich bin nicht fertig

Und genau das möchte ich auch den Menschen sagen, die zu mir kommen. Ich stehe nicht vor euch und behaupte, alles gemeistert zu haben. Das wäre nicht wahr.

Ich habe noch einen langen Weg vor mir, um die Ruhe und Klarheit, die ich theoretisch kenne, auch immer selbst leben zu können. Vielleicht wird dieser Weg auch nie vollständig abgeschlossen sein.

Denn Leben verändert uns. Hunde verändern sich. Gruppen verändern sich. Menschen verändern sich. Wir lernen. Wir scheitern. Wir verstehen etwas. Und irgendwann schaffen wir etwas, das gestern noch nicht möglich war.

Jeder Mensch hat dabei sein eigenes Tempo. Diese Erkenntnis ist heute ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

Kusi konnte unglaublich schnell lernen. Kusi war hochintelligent und konnte Zusammenhänge enorm schnell erfassen. Sein Wissen war gewaltig und entsprechend intensiv konnte er es vermitteln.

Ich bin anders. Ich lerne ebenfalls sehr schnell – wenn ich ein Prinzip einmal wirklich verstanden habe. Dann beginnt meine innere Festplatte zu arbeiten. Alte Beobachtungen verbinden sich mit neuen Erkenntnissen. Situationen ergeben plötzlich Sinn. Aus vielen kleinen Informationen entsteht ein Muster.

Und genau darin liegt heute meine große Freude. Muster erkennen. Bei Hunden. Zwischen Hunden. Und zunehmend auch zwischen Hund und Mensch.

Aus Kusis Wissen entsteht mein eigener Weg

Ich möchte Kusis Arbeit weiterführen. Aber ich möchte nicht versuchen, Kusi zu sein. Das wäre weder möglich noch richtig.

Er hat mir das Kleingedruckte der Hundesprache gezeigt und mir einen Zugang zu einem Wissen eröffnet, das mein Leben verändert hat.

Was ich daraus mache, trägt heute zunehmend meine eigene Handschrift. Meine Art zu beobachten. Meine Hochsensibilität. Meine Erfahrungen mit meinen eigenen Hunden. Das Leben mit Kusis Rudel. Meine eigene Geschichte. Und auch meine Erfahrung damit, dass ein Mensch etwas längst verstanden haben kann und trotzdem Zeit braucht, bis Veränderung möglich wird.

Deshalb möchte ich Menschen nicht mit Wissen überrollen. Ich möchte ihnen zuerst die grundlegenden Muster zeigen. Sie sollen verstehen lernen. Dann dürfen sie in ihrem eigenen Tempo beginnen, dieses Verständnis in ihr Leben zu übertragen.

DOG-RESONANCE-PROJECT

Heute möchte ich Menschen etwas geben, das ich selbst so lange gesucht habe: den roten Faden.

Nicht für jedes Verhalten eine neue Übung. Nicht für jedes Problem eine neue Methode. Sondern ein grundlegendes Verständnis dafür, was der eigene Hund zeigt, welche Absicht hinter seinem Verhalten steckt und wen man eigentlich vor sich hat.

Denn wenn wir beginnen, Hunde wirklich zu verstehen, verändert sich unser Blick. Und irgendwann passiert häufig noch etwas anderes: Der Blick richtet sich zurück auf uns selbst. Auf unsere Ruhe. Unsere Unsicherheit. Unsere Grenzen. Unsere Entscheidungen. Unsere Klarheit.

Der Hund reagiert auf uns – und wir reagieren auf ihm. Darin liegt für mich Resonanz.

Und vielleicht ist deshalb ausgerechnet PROJECT der richtige Name für das, was ich heute beginne. Denn ein Projekt ist nicht fertig. Es entwickelt sich. Genau wie ich. Genau wie meine Hunde. Und genau wie die Menschen, die sich mit mir auf diesen Weg machen.

Ich musste das Sehen nicht lernen. Ich musste lernen, das Gesehene zu lesen. Heute möchte ich dieses Verständnis weitergeben. Schritt für Schritt. Ohne den Anspruch, perfekt zu sein. Und in dem Tempo, das der jeweilige Mensch und sein Hund brauchen.

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